4 Fehler in der Strategieumsetzung, die es konsequent zu vermeiden gilt

ValueMiner GmbH, Florian Stillger

Jeder (oder viele kennen) kennt dieses Gefühl nach einem Strategieworkshop: Jetzt erobern wir die Welt! Ein Gefühl, schneller als der Wettbewerb zu sein und endlich den Kunden - dieses mystische Wesen verstanden zu haben. Das Team strahlt Zuversicht und Willen zum Erfolg aus. 
Und dann - nach 4 Wochen lässt nicht nur der Enthusiasmus nach, sondern man hat das Gefühl keinen Schritt vorwärts zu kommen. Keine echte Bewegung und nur operative Probleme liegen auf dem Tisch. Wir kennen das: Operation sticht Inspiration! Aber woran liegt das?

1. Der Mensch vergisst und Führungskräfte sind auch nur Menschen!
Studien zeigen, dass je komplexer die Idee, je schwieriger der Weg oder je kürzer der Strategieprozess, desto schneller vergisst man die Inhalte, zu denen man sich bekannt hat. Trifft man dann auf operative Manager mit konkreten Fragen zur Priorisierung, dann passiert es häufig, dass…

2. Die operative Realität das Feuer der Begeisterung erstickt! 
Kaum eine Führungskraft benennt eine klare Priorität des strategischen Plans gegenüber dem operativen Tagesgeschäft. Und das macht auch Sinn, denn es gibt keine klare Priorität! Legt man den Fokus auf das Tagesgeschäft und bekommt man im Operativen Delivery Probleme, so kommt der Hammer beim nächsten Forecast und die Strategie wird von oben repriorisiert. Fokussiert man das Tagesgeschäft, verläuft sich Elan und Feuer im Sand. Man hat vergessen, die Erhöhung der Effektivität und Effizienzsteigerungen der letzten Zeit nicht zu 100% in Gewinne umzumünzen, sondern in Innovation zu investieren. Getreu dem Motto: Die Kostendegression von Heute sichert die Investition in das Morgen!

3. Man unterschätzt die Macht der Visualisierung! 
Jeder kennt die Macht der Visualisierung aus dem Alltag - Schilder statt Worte! Wenn man in einem fremden Land und unter Druck (!) nach dem richtigen Ort sucht, helfen einfache Symbole am effektivsten. Übersetzten wir das in den strategischen Alltag, dann findet man sich in der Regel im Neuland und muss sich mit neuen Ideen auseinandersetzten. Visualisierung hilft hier analog! Nehmen Sie sich die Zeit, die Idee in einfachen Bildern zu präsentieren. Erstens bleiben diese besser haften und zweitens kann jeder diese Bilder mit Details versehen - gemäß seiner Funktion!

4. Man erstickt in Komplexität!
Manchmal bekommt man den Eindruck, je komplexer eine einfache Idee verkauft wird, desto besser fühlen sich die Sender der Idee. Und das hat Folgen! Zunächst wird Zeit verschwendet bei der Formulierung und dann wird manchmal die eigene Idee so kompliziert, dass man kaum noch nachvollziehen kann was man meinte - und flugs wechselt man die Seiten. Vereinfacht man jedoch konsequent stufengerecht, dann wird auch die komplexeste Idee verständlich und damit realisierbar. Stellen Sie sich vor die NASA hätte JFK´s Statement zum Mondflug genauso weitergegeben, dann wäre jeder Ingenieur vor der Ambition erschrocken! So hat die NASA das Problem in Teile zerlegt und jeden nur mit soviel Komplexität konfrontiert wie er verträgt. Merke - Komplexität wird nicht am Sender gemessen, sondern am Empfänger!

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by Robert J. Schiermeier