5 Weichen seine Ziele zu erreichen – oder was wollte Kolumbus wirklich?

ValueMiner GmbH, Robert J. Schiermeier

Ich fand die Geschichte von Christoph Columbus von jeher spannend. Ins Unbekannte segeln - berühmt zurückkommen. Dann noch die Geschichte über das „Ei des Kolumbus“, Filme, Dokumentationen und alles für ein grandioses Scheitern. Denn seine Ziele hatte er klar verfehlt. Das hieß eigentlich „per occidentem ad orientem“. Methodisch war das Ziel einwandfrei formuliert, es war SMART, das heißt:

·         Specific – Indien (faktisch China)

·         Measurable – erreicht oder halt gekentert.

·         Agreed upon – er segelt selbst hin.

·         Realistic – auf einer Kugel ein klares „Ja“.

·        Time-related – bis die Vorräte ausgehen.

Erreicht hat er es genau genommen nicht – schließlich war er nie in Indien. Und trotzdem ist er eben „erfolgreich“ gescheitert. Denn für Spanien war die Reise trotzdem ein gutes Geschäft. Wie passt das also zusammen. Faktisch hat Kolumbus das eigentliche Problem gelöst, ohne dass es oben erwähnt gewesen wäre. Spanien brauchte nämlich Geld. Daher wollte man auf einer eigenen Route an das Gewürzmonopol brechen und daran verdienen. Das obige Ziel war eigentlich keines, sondern es war eine Lösung für das spanische Geldproblem. Dieses stellte eine massive Herausforderung bezüglich des eigentlichen Zielsystems dar, nämlich machtpolitische Ansprüche geltend machen zu können. Die Entdeckung der neuen Welt war eine nicht geplante, aber erfolgreiche Alternativlösung für das Geldproblem. Was heißt das für die unternehmerische Praxis? In Führungssituationen hat man diesen Perspektivwechsel oft: Unternehmen verfolgt ein Ziel – Herausforderungen stehen der einfachen Erreichung des Zieles im Weg (z.B. Geldprobleme) und die Lösung wird an einen Manager oder ein Team delegiert. Aus seiner Sicht wird diese Lösung damit ein Ziel. Es wechselt also die Perspektive. Dabei ist es essentiell als Information mit zu geben, welches übergeordnete Problem bei Zielerreichung gelöst wird. 

Um erfolgreich zu delegieren und dabei (wenn schon, dann) möglichst erfolgreich zu scheitern, sind also 5 Weichen zu stellen

1.   Übergeordneten Kontext mitgeben, um die Kreativität der Mitarbeiter (oder wie oben den Zufall) nutzen zu können

2.   Ziele SMART formulieren, um die Identifikation der wesentlichen Herausforderung zu erleichtern

3.   Prioritäten gemeinsam festlegen, um der Ausführung genügend Freiraum zu geben

4.   Verantwortung mitgeben, um den Ausführenden zum Handelnden zu machen

5.   Die Bewältigung der Herausforderung priorisieren, um Zielerreichung um der Zielerreichung willen zu vermeiden.

Mir ist klar das die Aufzählung höchst subjektiv ist und jeden Tag durch die unternehmerische Praxis auf die Probe gestellt und adjustiert wird. Für uns bei ValueMiner hat es sich jedoch bewährt.