It is all about the idea! – oder braucht ein Startup einen Plan?

ValueMiner GmbH, Robert J. Schiermeier
 

Redet man mit erfolgreichen Startup-Gründern und weniger Erfolgreichen so hört man oft Ähnliches. Es war nicht die ursprüngliche Idee die funktionierte.

Die Erfolgreichen haben nur die Zeichen des Marktes rechtzeitig erkannt – die Idee angepasst und ab ging es durch die Decke. Die Anderen hielten stur am Konzept fest oder bekamen den Schwenk nicht hin. Erkenntnis kann man nicht planen. Agilität hingegen, um den Schwenk zu meistern, ist erzeugbar. Aber wie?

Man plant! Nicht um in Nibelungentreue am Plan zu kleben, sondern um mit dem Team Alignment bzgl. der wesentlichen Wirkungsketten herbeizuführen, so dass das Team bei Bedarf agil agieren kann. Damit kommt man dem Prinzip nach v. Clausewitz (einer meiner Lieblingssätze) in der Strategielehre schon recht nahe. Nämlich sinngemäß: ... und wenn der Plan auch nicht funktioniert, weiß man doch, wie es hätte sein sollen und reagiert schneller und als Einheit auf Abweichungen.

Machen wir uns das kurz in einem Gedankenspiel bewusst:

Startup XYZ hat einen genialen Businessplan. Leider ändert sich der Markt. Wenn alle relevanten Köpfe die Änderung und den Einfluss auf den Plan verstehen, so kann man als Team schneller Einheit über die notwendigen Änderungen im Geschäftsmodell oder in Teilen davon herstellen, da man die Logikkette bereits gemeinsam entwickelt hat. Man wird also handlungsschneller und bleibt konsistent.

Problem nur, wie macht man das? Beantworten Sie einfach die folgenden 4 Fragen:

1.       Was sind Ihre Ziele im Sinne von Deltas pro Zeiteinheit?

2.       Warum sind diese schwer zu erreichen – Welche Herausforderungen stehen im Weg?

3.       Was sind die Lösungsansätze an denen Sie arbeiten werden?

4.       Wie setzten Sie die Lösungsansätze in die Tat um?

Das klingt nicht nur trivial und altbacken – es funktioniert auch noch. Der Kern liegt in Frage 2 - den Herausforderungen (Falls Sie bei 1 schon scheitern haben Sie ein ganz anderes Problem). Diese Kategorie ist der Dreh- und Angelpunkt. Denn damit können Sie auf einen Blick sehen, ob die neuen Herausforderungen evtl. bereits von Ihnen erkannt wurden oder neu sind. Darüber hinaus können Sie aus der Verbindung zu Ihren Zielen ableiten, welche Priorität das neue Problem haben sollte. Denn je wichtiger das Ziel, desto prioritärer das Problem. Und dann können Sie noch ableiten, wo sie bereits Lösungen haben und wo noch nicht.

Das Vorgehen macht zwar aus einer schlechten Idee noch keine gute Idee, aber Sie werden zumindest nicht am Richtungswechsel scheitern und Ihr Team wird die notwendige Agilität aufweisen. Das einzige was Sie sicherstellen müssen ist, dass das Team und die Gründer selbstredend auch, eine klare Vorstellung bzgl. der Abhängigkeiten haben. Am besten Sie visualisieren das Ganze und arbeiten gemeinsam daran.

Egal welches Tool Sie wählen. Diese vier Fragen werden Ihnen in jedem Fall dabei helfen, eher zu den Erfolgreichen zu gehören. Das zeigen diese Studien im Umfeld von Startup-Zentren wie Zürich, Berlin oder das Silicon Valley immer wieder.  

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von Robert J. Schiermeier