OKR - „Spezialfall“ Steuerung in Familienunternehmen und Mittelstand

Alexandra Hoehne

Nicht erst seit der „Industriellen Revolution 4.0“ oder „Digital Transformation“ Diskussion stellt sich für den Mittelstand als Rückgrat der Deutschen Wirtschaft die Frage nach der Zukunft. Meist seit Generationen am Markt versteht sich dieser Zweig wie kein anderer auf die Bewältigung von Herausforderungen und die Kunst, sich selbst neu zu erfinden. Trotzdem machen Fachkräftemangel und geringe Finanzierungstiefe zu schaffe - beides die zentralen Ressourcen im Unternehmen. Nicht zuletzt daher zeigen Studien und die eigenen Erfahrungen, dass Fokussierung und Ausrichtung zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen dieser Unternehmen gehört. Aber wie geht man mit Wachstum um? Wie steuert man Internationalisierung? Wie die Umsetzung von Innovationen? Wie bewahrt man das Know-How von ausscheidenden, verdienten und oft nicht zu ersetzenden Mitarbeitenden? Liefert hier OKR auch eine Lösung?

Aus unserer Sicht gilt hier ein klares „Jein“. Der OKR Ansatz ermöglicht dem Unternehmer und der Führungskraft die eigene Stärke ins Unternehmen im Sinne einer „Führungs-DNA“ quasi einzupflanzen. Der Satz „man kann sich nicht um Alles kümmern!“ ist leider nicht so sehr Plattitüde als vielmehr unternehmerische Wahrheit. So leidet die Führung in Familienunternehmen und letztlich z.B. Innovation oder die Erschließung neuer Potentiale auf interessanten Märkten. So stellt die Universität Saarbrücken fest: "Innovationen scheitern in Kleinunternehmen an einer systematischen Vorgehensweise und fehlenden Marktdaten“ und führt weiter aus: "Das Unternehmen sieht Potenziale auf überregionalen und internationalen Märkten, kann diese jedoch nicht erschließen." (Univ. Saarbrücken)

Als konkrete Möglichkeit OKR im Mittelstand oder in Familienunternehmen anzuwenden, bietet sich der Bereich Vertriebssteuerung an. Hier kann die Abhängigkeit von einem oder wenigen Großkunden reduziert werden, indem man klare Quartalsziele für die Neukundenakquise vereinbart und in die Vertriebsmannschaft integriert. So wird „Verwalten“ zum „Führen“. 

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von Robert J. Schiermeier