Strategie 4.0 - Wie bewege ich mich wirklich nach vorne und nicht ballistisch nach unten?

Alexandra Hoehne

Strategie in der heutigen Zeit ist ein Thema voller Irritationen. Mal heißt es Kernkompetenz, dann VUCA Environment, dann wieder Smart Strategy etc. Also welcher Ansatz soll es richten? Und zwar im Sinne von: „gerichtete, positive“ Entwicklung unterstützen.

Nehmen wir ein klassisches Produktionsunternehmen. Gutes Management - Gute Ideen - loyale Mitarbeiter - volle Auftragsbücher – keine Zeit für Experimente. Wie bekommt man hier neue Impulse ohne Friktion ins Spiel und ohne aktuelle Herausforderungen zu unterschätzen? Priorisieren sagen Sie - genau. Aber wonach?

Meist fehlt ein kompletter Überblick und lässt so nur Teiloptimierungen und Patchwork zu. Also Neues kreieren, ohne die Leistung der letzten Jahre aufs Spiel zu setzten! Schließlich wollen wir nach vorne und nicht ballistisch nach unten (= erst mit Schwung nach vorne, dann immer steiler bergab).

Die Lösung:

1. Testdrive the market! Nehmen Sie x% Ihrer Kosten und spielen Sie mit NEUEN Ideen!

2. Etablieren Sie Feedback – Kanäle, damit Sie sehen, was Erfolg hat.

3. Halten Sie nicht dogmatisch an einer Strategie fest!

Der letzte Punkt ist besonders wichtig für die Flexibilität. Strategie ist letztlich nur eine „temporäre“ Landkarte, die den aktuellen Stand zeigt und bei neuen Erkenntnissen angepasst wird. Oder segelt man heute noch nach den Karten von Sir Francis Drake? Fokussieren Sie sich auf die Geschwindigkeit, mit der Sie dazulernen können und mit Ihnen die Organisation – das ist echte Strategie 4.0.

Warum das Sinn macht?

Nimmt man die aktuellen Trends im Strategic Management, so fällt einem auf, dass die traditionelle USP Definition in den meisten Branchen mehr tot als lebendig ist. Agilität dominiert die Diskussion und keiner weiß so richtig, wie man Agilität und Effizienz unter einen Hut bringen soll – schon gar nicht strategisch.

Wissenschaft und Berater können nur schlüssige Teilantworten liefern, da nach meinem Kenntnisstand keiner final die Frage beantwortet:

Wie viel brauche ich wovon? Also wie viel Agilität vs. wie viel von gutem, alten Effizienzmanagement?

Gleich vorweg – wir haben auch keinen Zauberstab. Aber wir wissen, wie man sich der Lösung effektiv nähert.

Nehmen Sie den 1. Teil der Lösung. Wenn Sie die x% so wählen, dass Sie Ihr Unternehmen (hoffentlich) nicht substanziell in Frage stellen und dennoch genug Masse haben, um geeignet multiplizieren zu können, dann sind Sie auf dem richtigen Weg. Falls x zu groß und nicht erfolgreich ist, dann haben Sie bald andere, heftige Probleme. Und wie gesagt – wir wollen ja nach vorne-oben und nicht nach vorne-unten. Haben Sie genug Testballone für Ihre Organisation steigen lassen, dann messen Sie regelmäßig den Erfolg und handeln Sie wie früher:

Investieren Sie in die erfolgreichen Ideen und managen Sie diese effizient!

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von Robert J. Schiermeier